Rotation-Hockeyherren: Größtem Vereinserfolg folgt Sieg zum Feld-Rückrundenstart


 

Anderthalb Monate hatte das neu geschaffene Coaching-Team um Spielertrainer Felix Schmidt Zeit, die SG Rotation Prenzlauer Berg auf Kurs „Feld-Rückrunde“ zu bringen. Noch Anfang März standen die Hockeyherren im Relegationsduell um den Aufstieg in die Regionalliga, am vergangenen Sonntag musste das Team schon wieder um Punkte in der Berliner Feld-Oberliga kämpfen.

k-13Im Duell gegen TuS Lichterfelde überzeugte das Team in Orange-Blau beim 3:2 (2:0) vor allem im ersten Durchgang, konnte sich aber auch nach der Pause mit einer starken Teamleistung erfolgreich gegen die im zweiten Durchgang stärker werdenden Südwestberliner zur Wehr setzen.

Die Feldvorbereitung der Prenzlauer Berger Hockeyherren begann, wie die Hallenrunde geendet hatte – mit einem Paukenschlag. Trainer Daniel Geisler, der gut fünf Jahre die Geschicke der 1. Hockeyherren gelenkt hatte, trat von seinem Coaching-Posten zurück und zieht fortan die Strippen an der Seitenlinie der Rotation-Damen. Angesichts seines Engagements im weiblichen Rotation-Nachwuchsbereich nur folgerichtig.
 

Hallensaison endet Anfang März im bisher größten Vereinserfolg

Der überraschenden Nachricht von der Trainerbank war der bis dato größte Erfolg der Prenzlauer Berger Herrenhockeygeschichte vorausgegangen. Vor der im vergangenen Herbst begonnen Hallensaison 2015/16 waren Rotations Herren noch glücklich – durch den Rückzug der Hockeymannschaft aus Königs Wusterhausen – in die Oberliga gerutscht. Am Saisonende stand der Durchmarsch und der Aufstieg in die Regionalliga. Während der Saison konnte sich das Team von Noch-Coach Geisler aber als bestes aufstiegsberechtigtes Team für die Entscheidungsspiele um den einen Regionalligaplatz Berlin-Mecklenburg-Vorpommern Anfang März qualifizieren.

halleSchon im Hinspiel in heimischer Halle fand Trainer Daniel Geisler die richtige Feinjustierung für sein Team und legte mit dem 9:2 gegen Mecklenburg-Vorpommern-Meister Schweriner SC bereits den Grundstein für den spätere Triumph. Am Tag darauf genügte im Rückspiel ein 5:5 in Schwerin (nach 3:1-Führung und 3:5-Rückstand), um den größten Erfolg der Rotation-Vereinsgeschichte perfekt zu machen. Erstmals qualifizierte sich ein Herrenteam aus eigener Kraft für die Hallen-Regionalliga – immerhin Deutschlands dritthöchste Hockey-Spielklasse.

 

Erfolgreicher Hallenabgang des Trainers legt Messlatte für Nachfolger im Feld hoch

Damit konnte Geisler eigentlich keinen besseren Moment für seinen Wechsel an die Spitze des Prenzlauer Berger Damenteams finden. Gleichzeitig übergab er seinem designierten Nachfolger Felix Schmidt ein Team, das spielerisch und mannschaftlich bestens aufeinander abgestimmt war.

So hatte der 27-jährige Spielertrainer, der 2014 von Zweitbundesligisten TG Frankenthal an die Spree gewechselt war und zuvor bereits eine Handvoll deutscher Jugendmeistertitel gewinnen konnte, denn auch leichtes Spiel: Gemeinsam mit dem Co-Trainerteam Lars Marondel, Daniel Henn und Fritz Rindspacher konnte er mit Vollgas in die Feldvorbereitung starten.
Doch die lange Winterpause barg auch Risiken: Denn während die Hallensaison für Rotation für mehr Konstanz sorgte und das Team weiter zusammenschweißen konnte, bedeute das zugleich für die Gegner in der Oberliga, dass sie sich durchaus verstärkt haben konnten.

Und tatsächlich sorgte TuS Lichterfelde im Vorfeld des Rückrundenauftakts ordentlich für Lärm: Es war durchgedrungen, dass die Bundesligareserve ihren Kader durchaus mit erstligaerfahrenen Spielern verstärken wollte. Schließlich galt es für die Schwarz-Weißen, die 1:5-Schmach vom Hinspiel auf eigenem Platz auszumerzen. Und tatsächlich stand mit Jannis Schwebs sogar ein championsleague-erfahrener Spieler im Kader der Südwestberliner. Das Team von Felix Schmidt war also gewarnt, musste zum Rückrundenauftakt aber eben selbigen Spielertrainer verzichten. Der 27-jährige Abwehrchef weilte im Scouting-Auftrag in Irland. Auf dem heimischen Platz konnte er sich aber auf sein Co-Trainergespann Lars Marondel, Fritz Rindspacher und Daniel Henn verlassen, die, unterstützt von Interims-Teammanager Robert Triebel, Vorbereitung und Spielführung übernahmen.

 

Zwei-Tore-Führung nach der ersten Hälfte

Mit viertelstündiger Verspätung begann die Partie auf ungewohntem Heimterrain – den Platz in der Roelckestraße kannte man bisher nur von der letzten Partie der Vorsaison: Das 9:0 gegen die Berliner Bären wurde aber zum guten Omen: In der Anfangsphase fanden die Gäste überhaupt nicht zu ihrem Aufbauspiel, auf der anderen Seite sorgten die Rotationer Goalgetter Mathias Gorra und Max Anton für erste Gefahr. Zunächst aber noch ohne zählbaren Erfolg.

Weitere Einschussmöglichkeiten wieder von Anton und Nils Kükenshöner blieben ungenutzt.
Nach gut zehn Minuten kam dann erstmals TuSLi gefährlich vor den Kasten der Hausherren, Andrej Oelze im Prenzlauer Berger Tor konnte die Kugel aber aus kurzer Distanz mit dem Schläger am Tor vorbeilenken. Auch bei der ersten und einzigen Strafecke im Spiel war der Rotationer Rückhalt zur Stelle.
Dann endlich auf der anderen Seite das erste Tor: Mit einem langen Ball setzte Fritz Rindspacher Rotations Stürmer Rimpal Bansal in Szene, der konnte zur 1:0-Führung verwandeln (19.). Plötzlich ging es ganz schnell: Keine fünfzig Sekunden später kam Max Anton links im Schusskreis frei zum Schuss, seine „argentinische Rückhand“ landete unhaltbar im linken Torwinkel (20.). Kurz danach hatte Anton dann sogar das 3:0 auf der Kelle, aber sein Torschuss landete nur am Pfosten. Zur Halbzeit blieb es beim 2:0.

 

Gäste nach der Pause mit mehr Druck

TuSLi kam wacher aus der Halbzeitpause und übernahm nun mehr Spielanteile. Ein erster Torschuss aus spitzem linken Winkel landete noch beim Rotationer Torwart, auf der anderen Seite verpasste Anton am langen Pfosten eine zu hohe Flanke von Gorra, auch Rinderspacher ließ eine Einschussmöglichkeit ungenutzt.

Eine Nachlässigkeit, die sich rächen sollte: Zunächst flachte das Spiel Mitte der zweiten Halbzeit deutlich ab. Knapp zehn Minuten waren gespielt, da wurde ein langer Ball in den Schusskreis der Hausherren von einer TuSLi-Keule in den Winkel abgelenkt: Es stand nur noch 2:1 (47.).
Doch die Gäste verpassten es nun, nachzusetzen. Stattdessen fuhren sie die Taktik, mit langen Bällen aus dem Halbfeld für Gefahr im Schusskreis zu sorgen. Wichtig in dieser Phase, dass Rotation eine dämliche Gorra-Zwei- Minuten-Zeitstrafe unbeschadet überstehen konnte. Erholt konnte Gorra dann auch eine halbhohe Rinderspacher-Vorlage von links frei vorm Tor stehend über die Linie drücke – 3:1.
Doch es waren immer noch sechs Minuten auf der Uhr.

Das Spiel wurde nun zerfahrener und fand größtenteils in der Rotation-Hälfte statt. Es war auch einer dieser langen Bälle, die TuSLi den erneuten Anschluss bescherten: Halbrechts bekam der Gästestürmer zu viel Platz und konnte die Kugel zum 2:3 ins lange Eck setzen. Zwei Minuten dann die erneute Schrecksekunde: Der Ball war zum dritten Mal im orange-blauen Tor. Doch der Treffer zählte nicht! Kein Angreifer hatte die Kugel im Schusskreis berührt! TuSLi drückte nun weiter auf den Ausgleich, Rotation verteidigte mit elf Mann hinter dem Ball. Eine Auszeit drei Minuten vor dem Ende nahm den Gästen dann noch einmal Wind aus den Segeln.
Mit dem Schlusspfiff nach 70 Minuten, war ein dreckiger, aber am Ende absolut verdienter Sieg für die SG Rotation Prenzlauer Berg das Resultat!

 

Beide Aufsteiger Matchwinner des 7. Spieltags

Mit dem Sieg über TuSLi festigten die Rotation-Herren den zweiten Tabellenplatz und brachten mit dem Sieg mehr Abstand zu einem Mitkonkurrenten. Gleichzeitig profitierte das Schmidt-Team vom Punktverlust des Tabellenführers: Zehlendorf 88 kam beim Tabellenschlusslicht HC Argo nicht über ein 2:2-Unentschieden hinaus, Rotation ist nun nur noch einen Punkt hinter der Tabellenspitze. Auch die Zehlendorfer Wespen konnten beim zweiten abstiegsbedrohten Team Spandauer HTC nur einen Punkt holen (3:3). Neben Rotation ist der zweite Aufsteiger BSV 92 Sieger des siebten Spieltags: Sein Sieg über BHCs Dritte (1:0) brachte der einzigen Mannschaft, die Rotation in dieser Saison bisher schlagen konnte, Platz Drei.
 

Nachdem das kommende Wochenende spielfrei ist, treffen Rotations 1. Herren am „Tag der Arbeit“ auf den Spandauer HTC (13.30 Uhr Storkower Straße). Im Lokalderby empfängt der Tabellenführer die Wespen und der BSV tritt bei TuS Lichterfelde an. Die vierte Paarung bildet das Duell Argo gegen BHC.
 

SG Rotation Prenzlauer Berg – TuS Lichterfelde II 3:2 (2:0)

Tore:

1:0 Rimpal Bansal (19.)
2:0 Max Anton (20.)
—–
2:1 TuS Lichterfelde (47.)
3:1 Mathias Gorra (63.)
3:2 TuS Lichterfelde (65.)
 

Zuschauer: 30
Strafecken: RPB 0 (kein Tor) / TuSLi 1 (kein Tor)
Grüne Karte: Mathias Gorra, RPB (57., Ball wegschlagen)

Weitere Informationen, Ergebnisse und Spielberichte gibt’s auf http://www.rotationhockey.de


 

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