Dreißig Minuten spannender Fußball


 

Mit exakten Alibis ist das ja auch immer so eine Sache. Vor allem wenn man keine Uhr dabei hat. „Wann genau betraten Sie den Nachtclub ‚Zur stumpfen Ecke‘?“

„Äh… das war… so ungefähr um…“

„Soso, ‚ungefähr‘. Genauere Angaben können Sie wohl nicht machen?“

Falls mal jemand wissen will, wann genau der Autor dieser Zeilen am Montag den Eingang zur Tescharena durchschritt, so kann ihm dank der offiziellen Exerpokal-Statistik präzise geantwortet werden: Exakt zur 25. Spielminute des Vorrundenspiels Berliner TSC gegen VfB Einheit zu Pankow.“

Die Sonne stand schon etwas tiefer und blendete den ankommenden Besucher, so dass er den Vorgang nicht genau beobachten konnte. Doch der Jubel, der vom anderen Ende des Platzes herüber schallte, ließ keinen Zweifel zu: Der Ball konnte erfolgreich im Gehäuse versenkt werden.

Bevor Marcel Rosenthal zielsicher den Pankower Ausgleich markierte, hatte Fabian Bruse bereits in der 7. Spielminute die Mannschaft des Berliner TSC in Führung gebracht.

Nach dem Elfer plätscherte das Spiel so vor sich hin. Der TSC lieferte sich mit den Pankowern, die laut Verein erstens den diesjährigen Exerpokal bereits „abgeschrieben“ haben und zweitens an diesem Tag mit der „Zweiten“ aufliefen („die Erste trainiert heute im Wald“), ein nicht eben aufregendes Spiel auf ein Tor – jenes vom VfB Einheit. Doch der TSC agierte viel zu einfallslos, da lief nichts wirklich zusammen – und folgerichtig passierte auch nichts Wesentliches. Der Pausenpfiff weckte all jene, die beim Betrachten des Matches sanft entschlummert waren.

 

“Ein Tor würde dem Spiel gut tun“

Die zweite Halbzeit lief schon eine Viertelstunde lang und der ein oder andere Zuschauer war bereits wieder am Einnicken, da stürmten die Pankower plötzlich in Richtung TSC-Tor – und kurz darauf ließ es Lars Fischer klingeln: 2:1-Führung für Pankow!

Nun waren alle wieder wach.

TSC-Trainer Paul Klebe reagierte sofort und brachte mit Tom Lukas Phan und Johannes Lorenz zwei neue Leute auf den Kunstrasen. Das Tempo zog an und plötzlich war Struktur im Spiel. Der mittlerweile zum Allgemeingut gewordene Spruch „Ein Tor würde dem Spiel guttun“ hatte hier seinen Wahrheitsbeweis angetreten.

Schon zwei Minuten später zeigte sich ein erster Erfolg: Fabian Bruse stürmte nach vor, könnte abgeben, ließ es aber und schoss selbst ein – der 2:2 (63.)

Wieder nur knapp zwei Minuten später revanchierte sich Lars Fischer mit einer Bogenlampe direkt ins Gehäuse von TSV-Torhüter Claudius Voß.

Nun spielten die Ex-Brauer so kurzweilig, wie man es bei den vorangegangenen Begegnungen von ihnen gewohnt war – und auch die Pankower hielten mit.
Lediglich bei der Auswahl der Torschützen war auch weiterhin eine gewisse Eintönigkeit nicht zu leugnen: Denn auch für den nächsten Ausgleichstreffer – jenen zum 3:3 (76.) – musste erneut der Name Fabian Bruse notiert werden.

Das änderte sich erst unmittelbar vor dem Abpfiff, als dem TSC tatsächlich noch der Siegestreffer zum 4:3 gelang. Hier hatte Reik Töpfer den Ball ins Netz gebracht.

 

Impressionen vom Spiel

 

 

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