Rotation hob ab

 

David Mollenhauer von Rotations dritter Mannschaft war mit seinen Vereinskollegen gleich dageblieben.

Vor dem Bezirksligaspiel der ersten Mannschaft hatte nämlich die Dritte der Prenzlauer Berger die Dritte der Fortunen auf dem Kissingensportplatz mit 4:0 – beziehungsweise 0:4 – überrollt. Gleiches wollten sie nun auch beim Bezirksderby ihrer Ersten sehen.

Der Wunsch war verständlich, erschien aber dennoch verwegen.
Denn während Fortuna sich im oberen Teil des Mittelfeldes eingerichtet hatte, haben die Bezirksligaaufsteiger aus Prenzlauer Berg das Abstiegsgespenst im Nacken: Vorletzter Platz, die letzten beiden Spiele verloren, darunter auch das Nachholespiel gegen den Abstiegsmitbewerber TSV Rudow.

So begannen die Fortunen dann auch standesgemäß und machten ihre Platzbesitzeransprüche geltend. Doch viel weiter, als bis zum Strafraum kamen die Gelben eher selten – die Prenzlauer Berger Abwehr stand. Gelegentliche Vorstöße der Gäste lockerten das Spielgeschehen auf.

In der 15. Spielminute holte sich der Rotationer Tobias Hummel in der Pankower Hälfte den Ball und lief halbrechts in Richtung Strafraum. Ein Pass zur Mitte, ohne dass ein Fortune anstalten machte, dazwischen zu gehen. Der Ball erreichte Christian Meyer, der draufhielt – 0:1 für Rotation. „Wir machen das Spiel, und die schießen das Tor“, grummelte hernach Fortuna-Vorstandschef Ralf Schikowski.

Fünf Minuten später hätte die Welt für Fortuna schon wieder freundlicher aussehen können: Ein Gewaltschuss aus 15 Meter Entfernung stellte Rotation-Torwart Manuel Kessler auf eine ernsthafte Probe – die er allerdings bestand.

In der Folge wurde ein Spiel mit weitgehend ausgeglichenen Anteilen geboten. Auffallend waren die die vielen Abspielfehler bei Fortuna – wohl dem Umstand geschuldet, dass die Mannschaft nach der Winterpause hier ihr erstes Rückrundenspiel bestritt.

Die zweite Halbzeit war gerade drei Minuten alt, da klingelte es erneut im Fortuna-Tor. Bei einem Freistoß an der Pankower Strafraumgrenze tat Rotation-Kapitän Max Gräber fieserweise nur so, als wollte er schießen. Stattdessen sprang er über den Ball hinweg um unmittelbar darauf seinen Teamkollegen Tim Jansen das Leder treten zu lassen. Ein Uralt-Trick, der auch diesmal funktionierte – 0:2.

Fortuna wurde sichtlich nervöser, die Abspielfehler häuften sich. Auch die Gangart wurde etwas härter.

In der 54. Spielminute wird Felix Kläke im Fortuna-Strafraum zu Fall gebracht. Beim fälligen Strafstoß für die Prenzlauer Berger läuft wieder Kapitän Gräber an – und diesmal schießt er tatsächlich selbst.
Pankows Torwart Burow ahnt zwar die richtige Ecke, doch der Schuss war zu scharf, als das er ihn hätte halten können – 0:3.

Nachdem in der 60. Spielminute der Prenzlauer Berger Felix Legeland wegen groben Foulspiels „Rot“ sah, waren die Fortunen nun zumindest zahlenmäßig in der Übermacht. Allerdings, ohne dies zu nutzen.
Stattdessen sorgte eine Karambolage des Pankower Torwarts Daniel Burow mit einem seiner Vordermänner in der 68. Minute für ein ziemlich leeres Tor, was Elias Perez Zurob für den Rotation-Treffer Nummer Vier nutzte.

Bei Fortuna breitete sich danach so etwas wie eine gewisse Schicksalsergebenheit aus.
Die endete seltsamerweise erst, nachdem in der 83. Spielminute auch ein Pankower „Rot“ überreicht bekam und der Personalüberhang der Fortunen damit perdu war. Offenbar scheint der Verlust eines Mitspielers die auf dem Feld verliebenen besonders zu motivieren.

Genutzt hatte der elfminütige Schlussspurt der Gastgeber nichts mehr – Rotations Abwehr stand sicher und Schlussmann Manuel Kessler parierte jeden noch durchgekommenen Ball.
 
Da hatte Rotation Prenzlauer Berg also Fortuna Pankow tatsächlich gleich zwei Mal 4:0 geschlagen. Ganz som, wie sich David Mollenhauer das vorgestellt hatte.
Und nicht nur das.
„Unsere Zweite“, erzählte Rotations Fußballchef Andreas Gräber nach dem Spiel sichtlich zufrieden, „hat ebenfalls drei Punkte geholt – gegen den VfB Einheit zu Pankow.“

Drei Spiele, drei Siege – ein Wochenende, an dem Rotation mal so richtig abhob.

 

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